Publikationen

Der Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte gibt aktuell folgende Publikationen heraus:

Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte (Link zum Verlag)

Zeitschrift für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte (ZSHKG)

Archivalien: Findbuch des Archivs des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte im Landesarchiv Schleswig (PDF)

Auf den zweiten Blick

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland entstand 2012 – ihre Wurzeln reichen jedoch bis in das frühe Mittelalter zurück. Dieser Band beleuchtet in 33 biografischen Skizzen den historischen Horizont der Region zwischen Nord- und Ostsee, Elbe und Oder. Dargestellt werden Frauen und Männer, Theologen und Laien, Schriftstellerinnen und Handwerker, Künstler und Mäzeninnen, Adlige und Bürgerliche. Der Fokus ist nicht auf die bekanntesten Persönlichkeiten, sondern auf markante Vertreterinnen und Vertreter gerichtet, die auf je eigene Weise das kirchliche Leben ihrer Zeit geprägt haben. Die Vielfalt der Vergangenheit spiegelt sich wider in der Gruppe der beteiligten Autorinnen und Autoren, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven ihrem jeweiligen Thema nähern.

Auf den zweiten Blick – Frauen und Männer der Nordkirche vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Hrsg. von Ruth Albrecht, Rainer Hering und Claudia Tietz
Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 61
ca. 446 Seiten, broschiert
Format 15,5 x 23,5 cm
ca. € 26,–
ISBN 978-3-7868-5510-1
Matthiesen Verlag

Claus Jürgensen, Das Altonaer Bekenntnis vom 11. Januar 1933

Am Sonntag, dem 17. Juli 1932, marschierten 7000 Mitglieder nationalsozialistischer Formationen in Uniform durch die Innenstadt von Altona, in der überwiegend Wähler von KPD und SPD wohnten. Es kam zu Gewalttaten und Schießereien, 18 Menschen starben, zahlreiche weitere wurden verwundet. Die unmittelbare kirchliche Reaktion war ein „Notgottesdienst“ am darauf folgenden Donnerstag in fast allen Altonaer Kirchen. Daraus folgte die Erarbeitung eines „Bekenntnisses“, das von 21 der 25 Pastoren der Propstei Altona unterschrieben und in einem Gottesdienst am 11. Januar 1933 öffentlich verkündet wurde. Darin nahmen die Pastoren deutlich Stellung zu den unhaltbaren politischen und sozialen Verhältnissen, zur wachsenden Rechtlosigkeit und Gewalt, und erinnerten die Parteien an ihre politische Verantwortung. Dieses Buch zeichnet die Vorgeschichte und Entstehung des Altonaer Bekenntnisses, seine zumindest auszugsweise Veröffentlichung und intensive Diskussion in fast allen großen Tageszeitungen und die ungewöhnlich hohe Resonanz in ganz Deutschland nach. Es zeigt aber auch, wie die Bekenntnisgemeinschaft der Altonaer Pastoren bereits wenige Monate später zerbrach, und nimmt den größeren Kontext – den Einfluss des Nationalsozialismus in kirchlichen Leitungsgremien, seine Machtergreifung auch in der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche und die Anziehungskraft, die er auf zahlreiche evangelische Pastoren und Gemeindeglieder ausübte – in den Blick.

Claus Jürgensen, Das Altonaer Bekenntnis vom 11. Januar 1933
Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 56
Herausgegeben vom Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
176 Seiten, broschiert
Euro 16,–
ISBN 978-3-7868-5501-9
Matthiesen Verlag

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Rempel, Johannes: Mit Gott über die Mauer springen

Als die Kieler Luther-Gemeinde 1974 ihren Pastor Dr. Johannes Rempel (1909–1990) verabschiedete, kannten nur wenige Besucher dessen Lebensweg. Dieser umfasste den weiten Bogen von einem russlanddeutschen, mennonitischen Bauernjungen am Ural zum Pastor auf der Kieler Kanzel. Was Rempel in den Jahren seines Ruhestandes bis 1989 über sein ereignisreiches Leben zwischen Nationen und Konfession, Russland und Deutschland, einer mennonitischen Gemeinde und der lutherischen Landeskirche aufgeschrieben hat, ist kein Geschichtsbuch. Es ist ein einzigartiger, persönlicher Bericht über eine große Familie und deren Glaubensleben. Darin eingebettet seine Autobiografie, die wie sein Leben bestimmt ist von den Wenden der europäischen Geschichte.

Johannes Rempel,
Mit Gott über die Mauer springen
Vom mennonitischen Bauernjungen am Ural zum Kieler Pastor
Hrsg. von Hans-Joachim Ramm
Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 57
536 Seiten, broschiert
Format 15,5 x 23,5 cm
€ 24,95
ISBN 978-3-7868-5502-6

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Railton, Nicholas M.: James Craig (1818–1899)

Der Ire James Craig (1818–1899) wurde 1845 von der Irisch-Presbyterianischen Kirche als Judenmissionar nach Hamburg entsandt. Auf sein umfangreiches Wirken geht die Gründung der Jerusalem-Gemeinde in Hamburg zurück, in der insbesondere zum Christentum konvertierte Juden eine Heimat finden sollten. Dieser neue Typ von Gemeinde, die sich 1850 mit einer Abendmahlsfeier konstituierte, bot erweckten Christen die Möglichkeit, sich vielfältig zu engagieren. James Craig versuchte in all seinen Aktivitäten, die weit über Hamburg und Norddeutschland hinausreichten, dazu beizutragen, den christlichen Glauben zu intensivieren. Während seine Ideen im kirchlich-konfessionellen Milieu auf viel Widerstand stießen, fand er Gleichgesinnte in der Erweckungs- und Heiligungsbewegung, in den Freikirchen sowie in der Evangelischen Allianz. Zu seinem Kontaktnetz gehörten Judenmissionare unterschiedlicher Organisationen, die in ganz Europa während des 19. Jahrhunderts tätig waren, sowie die Protagonisten einzelner erweckter Kreise. Zudem engagierte er sich bei der Bibelverbreitung und der Traktatmission, welche den Druck und die Verteilung von Kleinschriften betrieb, die zur Bekehrung und einem entschieden christlichen Lebensstil aufforderten. Craig gelang es, etliche Projekte in Deutschland mit anzustoßen. Sein ausgeprägt evangeikales ökumenisches Denken führte jedoch auch zu Abgrenzungen, sodass er seine hochgesteckten Ziele nur teilweise verwirklichen konnte.

Diese Studie, die sich erstmals monographisch dem Wirken James Craigs zuwendet, beleuchtet zugleich die internationale Verflechtung einiger Strömungen des Protestantismus im 19. Jahrhundert. Nicholas M. Railton hat sich bereits in mehreren Werken mit dem angloamerikanischen Netzwerk der Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts beschäftigt. Er ist Dozent für deutsche Sprache und Geschichte an der University of Ulster, Faculty of Arts in Coleraine/Nordirland.

Nicholas M. Railton,
James Craig (1818–1899)
Judenmissionar – Evangelist – Gemeindegründer
Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Band 58
320 Seiten, broschiert
Format 15,5 x 23,5 cm
€ 20,00
ISBN 978-3-7868-5503-3

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Elisabeth Rosenfeld, : Johannes Bugenhagen und die Ordination

Im Zuge der Reformation wurde auch die bisher übliche, sakramental verstandene Priesterweihe durch ein neues Verfahren ersetzt, das sich erst allmählich zu einer evangelischen ­Ordination herausbildete. Das Buch untersucht diesen Prozess anhand der Person Johannes Bugenhagens. Er regelte in den Kirchenordnungen von Braunschweig, Hamburg, Lübeck, Pommern und Dänemark, welche Voraussetzungen Kandidaten für ein Pfarramt erfüllen sollten und wie ihnen dieses Amt übertragen werden sollte. Das Buch verfolgt die Entwicklung bis zur Einführung einer Ordinationspraxis in den drei genannten Städten und in Pommern.

Elisabeth Rosenfeld,
Johannes Bugenhagen und die Ordination
253 S., br. € 20,–
ISBN 978-3-7868-5505-7

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Der Zweck des Vereins besteht darin, die Geschichte der Kirchen und der diversen christlichen Strömungen in Schleswig-Holstein zu erforschen und möglichst in den vereinseigenen Publikationsorganen zu veröffentlichen. Der Schwerpunkt dieser Tätigkeiten bezieht sich auf das Gebiet in den Grenzen des heutigen Schleswig-Holsteins. Die angrenzenden Gebiete, die aufs Engste mit der Geschichte der Herzogtümer bzw. des heutigen Bundeslandes verbunden sind, gehören ebenfalls zu den zu behandelnden Gegenständen. Neben neueren Forschungsergebnissen sollen auch Quellen publiziert werden, um diese den künftigen Generationen zugänglich zu machen.

Der Vorstand:

Prof. Dr. Ruth Albrecht, Hamburg (Vorsitzende)
Pastorin Karin Emersleben, Schleswig
Prof. Dr. Dr. Rainer Hering, Schleswig (Stellv. Vorsitzender)
Prof. Dr. Manfred Jakubowski-Tiessen, Göttingen
Pastor Dietrich Kreller, Hamburg
Prof. Dr. Andreas Müller, Kiel
Dr. Joachim Stüben, Hamburg (Schriftführer)

Kontakt:

Prof. Dr. Ruth Albrecht,
Universität Hamburg,
Fachbereich Evangelische Theologie,
Gorch-Fock-Wall 7, 20354 Hamburg
Kontakt per E-Mail