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Vorsitz von1947 bis 1976:
Prof. Dr. Peter Meinhold

(1907–1981)

Peter Meinhold war gebürtiger Berliner. Dort erblickte er am 20. September 1907 das Licht der Welt. Nach dem Studium in Bethel, Tübingen und Berlin wurde er 1934 zum lic. theol. promoviert. Begleitet wurde seine Arbeit von dem Deutschen Christen und Nationalsozialisten Erich Seeberg. Bereits 1935 habilitierte Meinhold sich ebenfalls in Berlin ohne Einreichung einer Habilitationsschrift und wurde dort zunächst Privatdozent. Rasch folgten eine Lehrstuhlvertretung in Heidelberg und bereits 1936 die Vertretung und schließlich am 21. Oktober 1936 die Berufung zum außerordentlichen Professor nach Kiel. Meinhold übernahm hier die Stelle des zwangsentpflichteten Kurt Dietrich Schmidt. Diese Berufung fiel in eine Zeit, in der die Kieler Fakultät im nationalsozialistischen Sinn eine ganze Reihe von Um- und Neubesetzungen erfuhr. Mitglied der NSDAP wurde Meinhold – nach Aufhebung der Aufnahmesperre in dieselbe – erst 1938, stand aber auch schon zuvor nationalsozialistischen Kreisen nahe. Im Zweiten Weltkrieg war er als Marinekriegspfarrer ab 1939 u.a. auch in Athen tätig, wo er 1944 in Kriegsgefangenschaft geriet. An ökumenischen Kontakten nach Griechenland war ihm schon in dieser Zeit gelegen. Nach 1945 erhielt Meinhold die ordentliche Professur für Dogmen- und Kirchengeschichte in Kiel, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1976 innehatte. Nach derselben arbeitete er noch fünf Jahre bis zu seinem Tod 1981 als Leiter der Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte am Institut für Europäische Geschichte in Mainz. Meinhold hat bei seinen Forschungen sowohl deutliche Akzente in der Lutherforschung als auch in der Ökumene und in der Historiographie allgemein gesetzt. Er gilt als erster Protestant, der im Radio Vatikan sprechen durfte. Für die Schleswig-Holsteinische respektive Hamburger Kirchengeschichte war seine Edition der Werke Johann Hinrich Wicherns von besonderer Bedeutung, die in den Jahren 1962 bis 1988 publiziert wurden. Auf überregionaler Ebene war er von 1938 bis 1955 als Mitherausgeber der renommierten Zeitschrift für Kirchengeschichte tätig. 1955 erhielt er in Marburg den Ehrendoktor der Theologischen Fakultät. Meinhold war von 1947 bis 1976 Vorsitzender des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. Er starb am 2. Oktober 1981 in Salzkotten. 

(Andreas Müller)

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